Zum Jahresende

Mitteilung vom


Noch vor einem Jahr schien auch in der Gemeinde Jonen alles seinen gewohnten Gang zu nehmen: Anlässe wie die Näbelgeisternacht fanden statt, Masken waren ausser an der Fasnacht nicht zu sehen, und man traf sich in Vereinen oder in Restaurants zu geselligen Runden - bis anfangs März die Covid-19-Pandemie quasi über Nacht alles auf den Kopf stellte.

Das öffentliche Leben stand auf einen Schlag still. So blieben etwa die Schulhäuser wochenlang leer, Veranstaltungen wurden reihenweise abgesagt und der Spiel- und Sportplatz war bis auf Weiteres abgesperrt. Die Schalter der Gemeindeverwaltung waren in dieser ausserordentlichen Situation während fünf Wochen geschlossen; nur in dringlichen Fällen konnten Termine nach telefonischer Absprache vereinbart werden. Dank frühzeitiger Schaffung der technischen Voraussetzungen konnten die Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiten und damit die Fortführung der Verwaltungsaufgaben sicherstellen. Auch das Funktionieren der Exekutive war jederzeit gewährleistet: Der Gemeinderat tagte nunmehr via Telefonkonferenzen.

An einer dieser Gemeinderatssitzungen wurde unter anderem beschlossen, an der Durchführung der Rechnungs-Gemeindeversammlung festzuhalten. Nach einer Verschiebung von Mai auf Ende Juni konnte diese unter Einhaltung eines strikten Schutzkonzepts in der Mehrzweckhalle durchgeführt werden. Ein Entscheid, der sich ausbezahlt hat, konnten doch an der Versammlung für die Gemeinde massgebliche Entscheide gefällt werden. Ein sichtbares Resultat ist der neue Buswendeplatz am Dorfausgang Richtung Ottenbach, der dank einer rekordverdächtig schnellen Umsetzung bereits im November in Betrieb genommen werden konnte. Dank der neuen Wendeschlaufe wird einerseits der Dorfkern im Bereich Sennhüttenstrasse vom Busverkehr und die Anwohnerschaft von Lärm- und Schadstoffimmissionen entlastet, andererseits ermöglicht der Wendeplatz neu die Bedienung der Haltestelle Weingasse auch durch die Buslinie 231 Bremgarten-Jonen.

Wie in den Vorjahren prägten auch im Jahr 2020 etliche (Gross-) Baustellen das Dorf. Nach langer Planung begannen im April die Arbeiten zum Hochwasserschutz (Mühlematt bis Mattenhofstrasse). Das Projekt Hochwasserschutz bezweckt, dass auch ein extremes Hochwasser, wie es alle 100 Jahre zu erwarten ist, abfliessen kann, ohne Schäden zu hinterlassen. Die Bauarbeiten kommen sehr gut voran; erste Etappen konnten früher als geplant abgeschlossen werden. Bis das Vorhaben Hochwasserschutz abgeschlossen sein wird, dauert es gemäss aktuellem Zeitplan jedoch noch bis November 2021. Bis dahin muss mit temporären Verkehrseinschränkungen gerechnet werden (aktuell: Sperrung Mattenhofbrücke). Über Einschränkungen sowie den Baufortschritt werden wir Sie im Amtlichen Anzeiger auf dem Laufenden halten. Eine weitere Baustelle im Bereich der Dorfstrasse ist die Überbauung des Kreuzareals, mit deren Realisierung im Herbst begonnen wurde. Vor dem ehemaligen Gasthof Kreuz ist ein öffentlicher Dorfplatz mit Brunnen und Sitzgelegenheiten geplant, auf welchem künftig pro Jahr bis zu zwölf öffentliche Veranstaltungen stattfinden können.

Pünktlich zum Beginn der Heizperiode 2020/2021 konnte die neue Holzpellets-Wärmeerzeugungsanlage für die Schul- und Mehrzweckhalle der Primarschule und der Kreisschule Kelleramt inkl. des Gemeindehauses und der beiden Kindergartengebäude in Betrieb genommen werden. Mit dem Ersatz der alten Ölheizung leistet die Gemeinde Jonen einen wichtigen umweltpolitischen Beitrag, zudem erhält der Forstbetrieb Kelleramt eine weitere Absatzmöglichkeit für das Holz.

Nach einer versuchsweisen Nachtabschaltung der Strassenbeleuchtung im Juni/Juli und überwiegend positiven Rückmeldungen seitens der Bevölkerung hat der Gemeinderat an seiner jährlichen Klausurtagung beschlossen, die Strassenbeleuchtung in der Nacht, von 1.30 bis 5.00 Uhr, definitiv auszuschalten. Die Lichtverschmutzung kann dadurch reduziert werden. Somit bleibt es in den Nächten - abgesehen von den Wochenenden – seit 1. November dunkel.

Weitere wichtige und weitsichtige Entscheide sind an der Budget-Gemeindeversammlung vom 9. November getroffen worden. Als eine von wenigen Gemeinden im Kanton hat Jonen beide Gemeindeversammlungen plangemäss durchgeführt. Anders als bei Urnenabstimmungen konnte so gewährleistet werden, dass die Stimmberechtigten ihre Möglichkeit zur direkten Mitsprache behielten. Die Beteiligung an den beiden Gemeindeversammlungen bewegte sich mit 63 (Juni) und 67 (November) Teilnehmenden im Rahmen des langjährigen Durchschnitts.

Ein wegweisendes Traktandum an der Herbst-Gemeindeversammlung betraf die Zukunft der Wasserversorgung. Angesichts der zunehmenden Belastung des Grundwassers durch Pestizid- und Pflanzenschutzmittelrückstände geraten schweizweit viele Wasserversorgungen unter Druck, die gesetzlichen Grenzwerte für Trinkwasser nicht mehr einhalten zu können. Aufgrund hoher Nitratwerte kann in Jonen etwa das Quellwasser der Fassung Himmelrich zurzeit nicht mehr verwendet werden. Mit der Zustimmung zum Bau eines Netzverbunds der Wasserversorgung Jonen mit der Wasserversorgung Affoltern a. A. haben die Stimmberechtigten die Versorgung der Gemeinde Jonen mit sicherem Trinkwasser auf eine langfristig sichere Basis gestellt. Die Vorarbeiten für die Umsetzung des Netzverbunds sind am Laufen; Ziel ist, dass der Netzverbund bis Mitte des nächsten Jahres fertiggestellt ist.

Fortschritte gab es auch bei zwei grossen Projekten im Bereich Planung zu vermelden: Vom 13. November bis 14. Dezember lag der Gestaltungsplan «Im Feld, Teilgebiet Nordost» zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Nachdem die Ortsbürgergemeinde, die bereits Besitzerin einer Parzelle im Perimeter der Sondernutzungsplanung ist, im Herbst zusätzlich die Nachbarparzelle Nr. 58 erworben hatte, konnte die Planung des Gestaltungsplans schneller vorangetrieben werden. Im fraglichen Gebiet besitzt die Ortsbürgergemeinde nun insgesamt 6373 m2 an Bauland. Der Gestaltungsplan «Im Feld, Teilgebiet Nordost» kann indes erst definitiv vom Gemeinderat verabschiedet werden, wenn die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland in Rechtskraft erwachsen sein wird. Diese kann nun – nachdem kantonale Vorprüfung ebenfalls diesen Herbst abgeschlossen wurde - vom 15. Januar bis 15. Februar 2021 öffentlich aufgelegt werden.

Die Finanzkennzahlen der Gemeinde Jonen entwickeln sich weiter in die angestrebte Richtung. Der Gemeinderat hält an seiner langfristig ausgerichteten Steuer- und Finanzpolitik fest und misst nun – nach Jahren mit grossen Investitionen in die Infrastruktur – der Konsolidierung der Gemeindefinanzen eine hohe Priorität bei. Entscheidend ist, die Selbstfinanzierung der Gemeinde auf dem geplanten Niveau von 1 Mio. Franken halten zu können.

Eine Zäsur für Gemeindeverwaltung und Gemeinde erfolgte Mitte November, als der langjährige Gemeindeschreiber Arnold Huber nach 38 Amtsjahren in den wohlverdienten Ruhestand trat. Sein Nachfolger, Lorenz Staubli, der ebenfalls aus Jonen stammt, konnte bereits ab Juni als interimistischer Stellvertreter in die Aufgaben und Projekte eingearbeitet werden und hat das Amt offiziell am 1. November angetreten.

Am Ende dieses wahrhaft turbulenten Jahres danken wir unserer Bevölkerung für die konstruktive und angenehme Zusammenarbeit. Gemeinderat und Mitarbeitende freuen sich auch im neuen Jahr auf Ihre Unterstützung und nehmen Anregungen und Verbesserungsvorschläge gerne entgegen. Ihnen und Ihren Familien, unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, den Kranken und Betagten zu Hause, in den Spitälern, Kranken- und Alterszentren wünschen wir in den kommenden Festtagen viele glückliche Stunden und genügend Zeit für Menschen, die Ihnen nahestehen. Herzlich alles Gute im neuen Jahr.

Gemeinderat Jonen